Über mich und meine Werte
Mein Leben mit den Pferden
Meine tiefe Verbundenheit mit den Pferden reicht bis in meine Kindheit zurück. Ich durfte mit ihnen aufwachsen und das Wesen Pferd, in einem stillen und natürlichen Rahmen bei uns am Hof kennenlernen.
Als ich 6 Jahre alt war kam Rocky in mein Leben.
Ein kleines Pony, welches sich als großer Lehrmeister entpuppte. Mit ihm durfte ich in Leichtigkeit reiten lernen, ohne Sattel die Freiheit spüren und meine körperliche, aber auch innere Balance entwickeln. Worauf Rocky großen Wert legte, war die Regulierung von Emotionen, er zeigte mir unverzüglich, wenn ich mich durch Wut oder Frust leiten ließ und ich durfte lernen, meine Gefühle auszudrücken ohne darin hängen zu bleiben.
Mit 14 Jahren kreuzte Momo meinen Weg.
Ein Schlachtkauf, abgemagert und unzugänglich. Unser Weg war anfangs sehr durchwachsen, doch Aufgeben war keine Option für mich und so probierten wir über die Jahre verschiedenste Ansätze und Methoden, fanden schließlich unseren Weg und wurden zu einer Einheit. Mit der Zeit entwickelten wir eine gemeinsame Sprache. Er lehrte mich was es bedeutet Illusion von Vision zu unterscheiden. Heute ist er mein treuster Begleiter und erinnert mich daran, dass es immer einen Weg gibt, egal wie viele Sackgassen dazwischen liegen.
Als ich älter wurde trug mich meine Neugier in die große Pferdewelt hinaus.
Meine Reise durch den modernen Pferdesport führte mich durch viele verschiedene Systeme, Reitweisen, Methoden und Strukturen. Dadurch lernte ich disziplinübergreifend zu arbeiten, um stets die Stärken der Pferde zu fördern und schon bald kehrte ich dem schwarz – weiß Denken den Rücken zu.
Mein Weitblick führte mich bis nach Andalusien, wo ich eine Weile auf der Hacienda von Kenzie Dyslis Familie, die spanische Reitweise kennenlernen durfte.
Eines meiner anspruchsvollsten Lernfelder war meine Ausbildung im Lipizzaner Gestüt Piber, der Ort, an dem die Hengste für die Spanische Hofreitschule gezüchtet werden.
Hier konnte ich wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Pferden sammeln. Vom Deckhengst, bis hin zur Mutterstute mit Fohlen – bei fast 300 Pferden begegnen einem unterschiedlichste Facetten des Wesens Pferd und das zeigte mir wie wichtig es ist, jedem Pferd in seiner Individualität zu begegnen. Ich überprüfte laufend, ob Gesehenes und Gelerntes mit meinen eigenen Werten im Einklang steht und differenzierte was von dem Gelernten ich in meinen Werkzeugkoffer packe und was ich bewusst nicht in meinem Umgang mit Pferd und Mensch integriere.
Während meiner Zeit im Gestüt begegnete ich Rava. Eine Jungstute, welche nicht dafür vorgesehen war, zur Zucht eingesetzt zu werden.
Zu Beginn war unklar für mich, warum wir zueinander gefunden haben und doch zeigte mir die Zeit, dass uns kein Pferd grundlos begegnet. Eine Stute, die mich regelrecht dazu aufforderte meine Führungskraft zu etablieren. Sie zeigte mir was entstehen kann, wenn man Pferden auf einer Ebene aus Respekt und Klarheit begegnet.
Einige der für mich kostbarsten Momente erlebte ich während der Kurse bei Reinhard Mantler und meiner gemeinsamen Zeit mit meiner Freundin und Kollegin Magdalena Berger.
Hier durfte ich selbst erfahren, wie uns Pferde dabei helfen können zurück zu uns selbst zu finden. Ich bekam ein tieferes Verständnis dafür, wie Pferd und Mensch sich gegenseitig spiegeln und durch unterschiedlichste Entwicklungsphasen tragen – ein Geben und Nehmen. Derzeit bin ich Teil eines dreijährigen Lehrgangs bei Reinhard Mantler, der mir ermöglicht noch tiefer in diese Thematik einzutauchen.
Mit der Zeit wuchs in mir das Bedürfnis Pferde und ihre Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Es wurde mir immer mehr zu einer Herzensangelegenheit. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie sehr mein Herz strahlt, wenn ich ein Pferd ein Stück auf seiner Reise begleiten darf. Eines Tages sagte meine Mutter: „Folge der Freude“ und dieser kleine Satz hatte große Wirkung auf mich. Somit entschied ich mich dazu, mich an den Ursprung dieses Gefühls zu begeben und meine Liebe zu den Pferden zum Beruf zu machen.